JUDITH CLARA – Künstlerin

Die Künstlerin zeichnet  in ihrem Atelier Bilder von Frauen, ganz minimalistisch aus einer Linie. Stärke und Selbstbewusstsein, Erfolg und Weiblichkeit vereint sie in diesen Bildern und in ihrer eigenen Persönlichkeit. d

Der Anfang

Mit 26 hat Judith angefangen zu zeichnen. Nicht weil sie Künstlerin werden wollte. Sondern weil da eine Sehnsucht war, die sie noch nicht benennen konnte.

Sie war Musikerin. Immer unterwegs, immer auf dem Weg irgendwohin — aber nie wirklich angekommen. Jeden Morgen um 6 stand sie auf, bevor die Welt laut wurde, und zeichnete. Die Zeichnungen kamen zu ihr, nicht sie zu den Zeichnungen. Ihre Hände wussten, was sie taten. Der Kopf hatte noch keine Ahnung.

Das waren keine Karrierepläne. Das war Instinkt.

Der Wendepunkt

Dann kam Corona. Schwanger. Im Wohnmobil. Kein Businessplan — aber das Gefühl: Jetzt oder nie.

Judith teilte ihre ersten Bilder auf Instagram. Verkaufte Originale direkt über Posts, regelte Zahlungen per PayPal. Kein Onlineshop, keine Strategie. Nur Mut und das Vertrauen, dass das, was sie zeichnete, auch anderen etwas bedeuten könnte.

Als die erste Bestellung einging, war da plötzlich dieses Gefühl:

„Krass — ich bin jetzt offiziell Künstlerin."

Und genauso hat JUDITH CLARA angefangen. Nicht kalkuliert. Nicht perfekt. Aber echt.

 

Die eine Linie

Warum immer diese eine, durchgehende Linie?

Weil sie eine Lebenshaltung ist — kein Stilmittel.

„Die eine Linie ist wie ein Faden zwischen mir und der echten Welt. Ich finde die reale Welt oft hart und unverständlich. Die Linie verbindet mein Inneres mit dem Außen."

One Line Art zwingt zur Reduktion. Die Linie hat einen Anfang und ein Ende — aber das Entscheidende sind die Linien, die nicht gezeichnet werden. Sie existieren trotzdem. Im Kopf der Betrachterin. Das ist keine Technik. Das ist eine Einladung.

Die Frauen auf Judiths Bildern sind keine Abbilder der Wirklichkeit. Sie sind eine Wunschvorstellung, eine Sehnsucht: immer bei sich, unbeeindruckt von der Außenwelt, offen und nie fertig — genau wie Frausein ein Prozess ist, der nie endet.

Sie gehören sich selbst.

Wofür ich stehe

Judith wurde ihr Leben lang nicht ernst genommen. Von Sportlehrern. Von Professoren. Von Ärzten. Als Frau systematisch unterschätzt — und hat lange gebraucht, um diese Erfahrung nicht gegen sich zu richten, sondern in etwas zu verwandeln.

„Ich bin heute traurig darüber, dass ich an mir gezweifelt habe, statt wütend zu werden und auf mich zu hören. Ich kann es nicht mehr ändern — nur die Gegenwart und die Zukunft. Und es weitergeben."

Deshalb zeichnet sie Frauen. Alles, was sie als Frau ist und lange Zeit nie sein durfte, steckt in diesen Bildern.

JUDITH CLARA ist kein Manifest und keine Kampfansage. Die Haltung ist leise, aber deutlich: nicht gegen jemanden, sondern immer FÜR Frauen. Für das Gefühl, frei zu sein. Für die Erlaubnis, sich selbst zu feiern — auch für die Wut, nicht nur für die Fürsorge.

Das Atelier

Seit 2026 hat Judith wieder ein eigenes Atelier in Bodenheim bei Mainz. Einen echten Ort.

Oft kommt sie von draußen — chaotisch, müde, den Kopf voller Gedanken — öffnet die Tür, riecht Farben und Papier und den großen Raum. Und wird ruhig. Das Atelier hat einen Arbeitsraum, einen Verpackungsraum, ein Lager — und einen eigenen Ausstellungsraum, nur für fertige Bilder. Besuche sind nach Absprache möglich.

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